Schuljahresstart: Kurzsichtige CDU-Bildungspolitik wird auf Rücken der Kinder und Lehrkräfte ausgetragen
Heute stellte der Kultusminister Conrad Clemens (CDU) zum Start des Schuljahres 2026/27 die aktuellen Lehrkräfte- und Schüler*innenzahlen vor. Das sächsische Bildungssystem steht weiterhin unter hohem Druck, denn trotz sinkender Kinderzahlen beobachten wir weiter in den Klassenzimmern einen Lehrkräftemangel. Dennoch hält der Kultusminister an seinen Plänen fest, ab dem Jahr 2032 bis zum Jahr 2040 rund 4.600 Lehrkräftestellen abzubauen.
Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, kritisiert:
„Willkommen im Land der Abordnungen und Ausfälle. Trotz sinkender Schülerzahlen fällt aktuell jede elfte Unterrichtsstunde im Freistaat aus und jede sechste Lehrkraft wird versetzt, um Fehlstellen auszugleichen. Die kurzsichtige Bildungspolitik der CDU der vergangene Jahrzehnte wird auf den Rücken der Kinder und Lehrkräfte ausgetragen. Und die Aussichten bleiben düster, insbesondere im ländlichen Raum. Bis 2034 droht laut einer Prognose jeder siebten Grundschule in Sachsen das Aus, weil die Mindestzahl an Schüler:innen voraussichtlich nicht erreicht wird. Die Antworten bleiben bisher lediglich Abordnungen und Stellenabbau. Das ist keine zukunftsfähige Bildungspolitik!“
„Schulschließungen können nicht in Gänze verhindert werden. Aber Sachsen muss sich besser auf die Veränderungen vorbereiten, wenn Schließungen so weit wie möglich vermieden werden sollen. Diese Verantwortung sollte nicht allein von den Kommunen getragen werden. Wir brauchen mehr Flexibilität für kleinere Lerngruppen, jahrgangsübergreifende Unterrichtsmodelle und das Abweichen von strikten Klassenstärken, um die Beschulungsmöglichkeiten als auch Bildungsqualität sicherstellen zu können. Wie der Kultusmister dem begegnen will, bleibt bisher unbeantwortet. Auch Freie Schulen können hier einiges abfangen. Ebenso Schulkonzepte wie die Gemeinschaftsschule und Oberschule+ müssen konsequent unterstützend ausgebaut werden, bevor die Schüler:innenzahlen stärker zurückgehen.“
„Ein Lichtblick im kommenden Doppelhaushalt 2027/28 ist die voraussichtlich geplante Entfristung von Schulassistenzkräften durch 800 eigene Stellen. Das ist ein richtiger Schritt, um Lehrkräften eine hoffentlich größere Entlastung bieten und den Herausforderungen einer heterogenen Schülerschaft besser begegnen zu können.“
„Ich wünsche den über 37.600 Abc-Schützinnen und -Schützen trotz allem einen tollen Start in diesen schönen Lebensabschnitt. Freut euch auf zahlreiche engagierte Lehrkräfte und Schulen! Als BÜNDNISGRÜNE werden wir alles tun, dass euer Wissensdurst und Lernfreude nicht fiskalischen Rechenbeispielen zum Opfer fallen.“