Datum: 02. Juli 2026

Hitzeschutz egal? Staatsregierung lässt Kommunen beim Städtischen Waldschutz allein

Angesichts des spürbar fortschreitenden Klimawandels und Artensterbens stehen urbane Wälder aktuell besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Doch während das Bewusstsein für die Bedeutung von Stadtgrün wächst, lässt die sächsische Staatsregierung die Kommunen beim Schutz dieser wertvollen Flächen allein. Dies zeigt die Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6804) des Landtagsabgeordneten Wolfram Günther der BÜNDNISGRÜNEN-Landtagsfraktion.

Wolfram Günther, waldpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:
„Waldflächen in der Stadt sind grüne Oasen. Ihr Erhalt ist unabhängig von ihrer Größe strategisch extrem wichtig für ein stabiles Stadtklima. Doch genau hier versagt die Staatsregierung. Der Schutz von Stadtwäldern spielt in der sächsischen Waldstrategie faktisch keine Rolle angesichts enormen Bauland- und Gewerbedrucks. Dabei ist es gerade in dicht besiedelten Städten extrem schwierig oder meist unmöglich, neue große Wälder aufzuforsten. Die Staatsregierung sieht hingegen ‚keinen raumordnerischen Regelungsbedarf‘ und bietet den Kommunen keine finanziellen oder regulatorische Anreize.“
Verschärft wird die Situation durch zunehmende Hitze und sinkende Grundwasserpegel in den Städten. Anstatt kleine urbane Wälder als unverzichtbare Schutzschilde gegen die Überhitzung rechtlich und finanziell massiv zu stärken, verharrt das Ministerium in Passivität. Wolfram Günther fordert daher ein schnelles Umdenken:
„Wir brauchen verbindliche Vorgaben in der Landesplanung, um kleine urbane Wälder im Innenbereich vor dem Betoniertod zu bewahren. Kommunen müssen beim Aufkauf und Erhalt von Waldflächen finanziell unterstützt werden. Und es braucht eine Anpassung des Waldgesetzes: Der Schutzstatus von urbanen Wäldern auf kommunalen Flächen muss rechtlich verankert und massiv erhöht werden.“
Günther verweist abschließend auf die aktuelle Debatte in Leipzig um das Capa-Wäldchen:
„Urbane Wälder erfahren durch die Abholzungspläne des Capa-Wäldchens und den Erweiterungsplänen am Cottaweg Aufmerksamkeit – und das zu Recht. Wertvolle Naturräume dürfen nicht Schritt für Schritt für Investorenprojekte geopfert werden, während die reale Ersatzaufforstung im Stadtgebiet in vielen Fällen der letzten zehn Jahre exakt null Prozent betrug.
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