Datum: 29. September 2022

Zwei Großforschungszentren für Sachsen: Zukunftsperspektiven für die Kohlereviere im Strukturwandel

Auf der Bundespressekonferenz wurde heute die Entscheidung zur Gründung von zwei Großforschungszentren in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier bekannt gegeben. Jeweils drei Kandidaten standen im Rahmen des Wettbewerbs im Finale. Die Entscheidung der Perspektivkommission fiel auf das Deutsche Zentrum für Astrophysik für das Lausitzer Revier. Für das Mitteldeutsche Revier setzte sich das Zentrum für Chemie-Transformation durch.

Dazu erklärt Dr. Claudia Maicher, wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Wir stehen heute vor größeren gesellschaftlichen Herausforderungen als je zuvor – in den Bereichen Klimaschutz und -folgen, innovative Energiewirtschaft, im Verkehrssektor und in der Digitalisierung. In den sächsischen Braunkohlerevieren sind diese Themen durch den Strukturwandel noch einmal sichtbarer. Die Gründung der neuen Großforschungszentren ist sowohl für den Forschungsstandort Sachsen als auch für die jeweiligen Regionen ein großer Gewinn. Es eröffnen sich zahlreiche neue Forschungs- und Kooperationsmöglichkeiten, die letzendlich auch die Hochschulen in Sachsen stärken und eine Perspektive für Akademikerinnen und Akademiker auch im ländlichen Raum schaffen. Durch die Entscheidung erhalten die Kohlereviere eine internationale Strahlkraft, um exzellente Forschung in die Region zu holen.“

Ines Kummer, Sprecherin für Regionalentwicklung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:

„Die Entscheidung für die Großforschungszentren hat einen nachhaltigen positiven Effekt auf die Entwicklung der Regionen, denn es entstehen nicht nur hochwertige langfristige Arbeitsplätze, sondern es wird zudem das vorhandene Innovationspotenzial entfesselt. Auch die lokale Wirtschaft wird von diesen Forschungszentren durch Aufträge, Kooperationen und Fachkräftegewinnung durch gestiegene Attraktivität profitieren. Das ist eine Win-Win-Situation für die Regionen.“

Franziska Schubert, Oberlausitzer Abgeordnete und Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, freut sich ebenfalls über die Ankündigung der zwei Großforschungszentren. Sie kritisiert jedoch die Entscheidungsfindung:

„Die Entscheidung über die Großforschungszentren wäre die perfekte Gelegenheit für mehr Bürgerbeteiligung gewesen. Eine Abstimmung in den Landkreisen hätte deutlich gemacht, was die Menschen vor Ort wollen. Dieses Votum wäre mir neben der Fachkommission wichtig gewesen und hätte Berücksichtigung finden können.“

„Für uns BÜNDNISGRÜNE ist es zudem entscheidend, dass mit den Großforschungszentren auch ausreichend Zuzugs- und Bleibeperspektiven für Frauen geschaffen werden. Denn beim Strukturwandel muss es auch darum gehen, dass die Arbeitsplatzsicherheit und die Arbeitsbedingungen von Frauen verbessert werden. Dies gilt ebenso für junge Menschen allgemein, die wir in den Regionen halten und zurückholen wollen.“

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