Datum: 28. September 2026

Übernimmt Müllermilch Vogtlandmilch? – BÜNDNISGRÜNE warnen vor Verlust von Eigenständigkeit

Vergangene Woche gab es u.a. in der Bauern-Zeitung erste Berichte über eine mögliche Übernahme von Vogtlandmilch durch Müllermilch. Die Müller-Gruppe hat Übernahmegespräche bestätigt.

Wolfram Günther, agrar- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, warnt:

„Müllermilch treibt seine Monopol-Strategie auf Kosten regionaler Erzeuger voran. Mit der Übernahme würde ein Konzern, der in Sachsen bereits mit Abstand der größte Milchverarbeiter ist, auch noch die zweitgrößte Molkerei im Freistaat schlucken. Für viele Milchbäuerinnen und Milchbauern gäbe es dann faktisch keinen alternativen Abnehmer mehr, und wer nur noch an einen einzigen Käufer liefern kann, verhandelt nicht mehr auf Augenhöhe. Das Versprechen von höheren Preisen mag kurzfristig gut klingen, langfristig zahlt man dies aber mit dem Verlust der genossenschaftlichen Strukturen, eigener Mitspracherechte und Regionalität. Eine Abnahmegarantie über zwei Jahre ist für einen Milchviehbetrieb kaum mehr als ein Wimpernschlag. Wer heute einen Stall baut oder in Tierwohl investiert, plant mit über zwanzig Jahren und mehr.“

„Es ist frustrierend, dass erneut ein modernisierter Standort aus der Region durch einen Großkonzern übernommen werden soll. Vogtlandmilch hat erst im Herbst vergangenen Jahres mit öffentlicher Unterstützung investiert und erhält hier vor Ort Arbeits- und Ausbildungsplätze. Diese Stärke muss erhalten bleiben. Der Landwirtschaftsminister darf nicht einfach zusehen, wie Molkereikonzerne und Handelsriesen die regionale Wirtschaft unter Druck setzen. Das Höfesterben in der Milchviehhaltung ist kein Naturereignis. Der Landwirtschaftsminister verwaltet den Strukturwandel, statt ihn zu gestalten. Es braucht Verbindlichkeit bei Lieferverträgen und Entlastung bei den hohen Investitionsbedarfen.“
„Faire Preise, eine starke Landwirtschaft und Unabhängigkeit gelingen nur durch mehr Regionalität. Dafür braucht es auch eine starke regionale Abnahme – aus der Region, für die Region. Das Land kann hier selbst vorangehen: Kantinen, Schulen, Kitas und Landeseinrichtungen sollten konsequent auf Milchprodukte aus sächsischen Molkereien setzen. Wir wollen genossenschaftliche und erzeugernahe Verarbeitung stärken. Die geplante Übernahme ist deshalb aus unserer Sicht kein gutes Zeichen.“

 

Weitere Informationen:

>> Bericht der Bauern-Zeitung

 

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