Datum: 30. April 2026

BÜNDNISGRÜNE fordern Strategie gegen Schul- und Kitasterben

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag fordert von der Staatsregierung eine Strategie gegen das Kita- und Schulsterben im Freistaat. In einem Antrag plädiert die Fraktion angesichts des demografischen Wandels für einen verbindlichen Maßnahmenplan, um Fachkräfte zu halten und Kommunen zu entlasten.

Christin Melcher, bildungs- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:

„Eine gute Zukunft des Freistaates gelingt nur durch die Absicherung unserer Bildungslandschaft. Die Geburtenzahlen sind seit 2016 um über 40 Prozent gesunken. Erste Kitas schließen bereits und ohne ein entschlossenes Gegensteuern werden die Schulen in den kommenden Jahren folgen. Sachsen hat im Kita-Bereich eine hervorragende Fachkraftquote. Das ist ein pädagogischer Schatz, den wir nicht ungesteuert durch Schließungen und Entlassungen verspielen dürfen. Die Staatsregierung muss endlich eine Gesamtstrategie für die Absicherung der Bildungslandschaft vorlegen, die transparent macht, was wann kommt und die koordiniert steuert, was noch zu steuern geht.“

„Dafür legen wir unseren Antrag vor. Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden soll die Staatsregierung einen Maßnahmenplan entwickeln. Dieser Plan soll demografische Entwicklungen vorausschauend analysieren und eine sinnvolle Aufteilung der Finanzierung zwischen Freistaat und Kommunen erreichen.“

Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für ländliche Räume, ergänzt:

„Kitas und Schulen halten Dörfer, Kleinstädte und den ländlichen Raum insgesamt am Leben. Sie sind das schlagende Herz und die sozialen Ankerpunkte unserer Gemeinden. Wenn im ländlichen Raum eine Einrichtung schließt, bricht mehr weg als ein Betreuungsangebot: Eltern können oft nicht mehr in Vollzeit arbeiten gehen, Familien überlegen, ob sie bleiben können und wollen. Von Kita- und Schulschließungen sind dabei Frauen in besonderem Maße betroffen – sowohl als Fachkräfte als auch als Mütter. Eine durch Schließungen ausgelöste Abwärtsspirale aus Abwanderung und Perspektivlosigkeit kennen wir bereits aus zu vielen Orten in Sachsen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Familien ihre Heimat verlassen müssen, weil die Wege zur nächsten Kita zu weit sind oder ohne Kinderbetreuung die Jobperspektive vor Ort fehlt.“

 

Weitere Informationen:

Im Jahr 2016 lagen die Geburtenzahlen bei etwa 38.000 Kindern. Für 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt  22.734 neugeborene Kinder gezählt.

Der Antrag der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion enthält die folgenden Forderungen:

  1. Die Staatsregierung soll bis August 2026 einen Bericht vorlegen, der Schließungen von Kitas, Schulen und Kindertagespflege seit 2022 sowie zukünftige Entwicklungen und notwendige gesetzliche Anpassungen transparent darstellen.
  2. Bis Oktober 2026 soll gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden ein verbindlicher, bereichsübergreifender Maßnahmenplan für Kitas und Schulen entwickelt werden, der über bisherige Ansätze hinausgeht.
  3. Der Maßnahmenplan soll konkrete Reformvorschläge enthalten, um Finanzierungsprobleme zu lösen, Personal zu sichern und langfristig die Gewinnung von Fachkräften im Kita- und Schulbereich zu gewährleisten.

 

>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  im Sächsischen Landtag „Kitas und Schulen flächendeckend erhalten: Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur sichern“ (Drs 8/6835)

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