Handwerk stärken heißt Zukunft sichern: Gemeinsamer Aktionsplan von BÜNDNISGRÜNEN mit CDU und SPD beschlossen
Ein gemeinsamer Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SPD zur Stärkung des sächsischen Handwerks wurde heute im Sächsischen Landtag mit Mehrheit angenommen. Im Mittelpunkt stehen bessere Bedingungen für die Ausbildung, mehr Unterstützung für Meisterinnen und Meister sowie eine stärkere Berufsorientierung für junge Menschen. Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion hatte in den vergangenen Monaten mehrere Anträge eingebracht, um bessere Bedingungen für das sächsische Handwerk zu schaffen.
Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:
„Sachsen ist ein starkes Handwerksland und wir wollen dafür sorgen, dass das so bleibt. Als BÜNDNISGRÜNE haben wir in den vergangenen Monaten verschiedene Initiativen für das Handwerk im Freistaat vorgelegt. Wir hören dem Handwerk genau zu und setzen um. Es ist ein gutes Zeichen, dass sich sich die Minderheitskoalition nun mit uns verbindlich auf den Weg begibt.“
Der beschlossene Antrag umfasst u.a.:
- die Möglichkeit der Einführung eines Freiwilligen Jahrs im Handwerk
- die Steigerung des Meisterbonus mit dem langfristigen Ziel der kostenneutralen Meisterausbildung
- Verbesserungen der Ausbildungsinfrastruktur über den Sachsenfonds
Schubert unterstreicht, wie wichtig gerade die Unterstützung während der Ausbildung ist:
„Wenn der Master kostenfrei ist, sollte es auch der Meister sein. Wir BÜNDNISGRÜNE wollen die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung. Mit dem Antrag soll im ersten Schritt der Meisterbonus für alle erfolgreichen Abschlüsse auf 3.000 Euro steigen. Ziel bleibt die kostenneutrale Meisterausbildung und das geht nur mit einer stärkeren Kostenbeteiligung. Damit es passgenau wird, schlägt der Antrag u.a. vor, dass die Kammern selbst sagen, wie das gehen kann und was am wichtigsten dabei ist.“
Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, blickt auf den zunehmenden Fachkräftebedarf:
„Viele Jugendliche und ihre Familien wissen zu wenig über die Chancen im Handwerk. Dafür braucht es eine gute Berufsorientierung. Wir wollen die bestehenden Angebote um ein Freiwilliges Jahr im Handwerk ergänzen. Sachsen wird sich beim Bund dafür einsetzen, ein flächendeckendes Angebot zu schaffen. Ein Freiwilliges Jahr im Handwerk hilft jungen Menschen, sich beruflich in verschiedenen Gewerken zu orientieren und praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig lernen Betriebe potenzielle Fachkräfte kennen. Das ist eine Chance für beide Seiten. Zudem sollen bewährte Angebote der Berufsorientierung wie Praxisberaterinnen und Praxisberater, Potenzialanalysen oder Werkstatttage fortgeführt werden.“
Franziska Schubert erklärt abschließend mit Blick auf die weiteren Verhandlungen:
„Mit dem Aktionsplan für das Handwerk ist es für uns nicht getan. Die Liste der Aufgaben ist lang, um das Handwerk hier im Freistaat zu stärken und man kann und muss etwas gegen die Unzufriedenheit tun. So brauchen wir zum Beispiel dringend weitere Verbesserungen im Azubi-Wohnen. Weiterhin steht für uns der Mutterschutz für Selbstständige ganz oben auf der Prioritätenliste. Selbstständige Mütter sollen endlich den Schutz und die Unterstützung erfahren, der ihnen laut Grundgesetz zusteht. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier auch vorankommen und Sachsen zum Vorreiter werden kann.“
Weitere Informationen:
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion hat in dieser Legislatur bereits mehrere Initiativen zur Stärkung des sächsischen Handwerks eingebracht: