Datum: 29. September 2026

GSK-Serumwerk in Dresden: Franziska Schubert und Thomas Löser treffen Betriebsrat – BÜNDNISGRÜNE fordern aktive Mitwirkung des Konzerns und Verantwortung für Beschäftigte

Knappe zwei Wochen nach dem deutlichen Zeichen aus dem Sächsischen Landtag für den Erhalt der Arbeitsplätze und des Know-hows im Dresdner Serumwerk von GlaxoSmithKline (GSK) haben sich die BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende, und Thomas Löser heute mit dem Betriebsrat getroffen.

Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Standorts, die Verantwortung des Konzerns für die Beschäftigten und mögliche Alternativen zu einer Schließung.

Franziska Schubert, Vorsitzende der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt nach dem Gespräch:

„Wir erwarten von GSK, dass der Konzern seiner Verantwortung für die Beschäftigten und den Standort gerecht wird und sich aktiv an der Suche nach Lösungen beteiligt. Die Belegschaft kämpft mit großem Einsatz für 641 Arbeitsplätze, für ihr Know-how und für die Zukunft dieses Standorts. Wir stehen an ihrer Seite und solidarisieren uns mit diesem Kampf.“

„Jetzt darf es nicht darum gehen, eine Schließung als alternativlos hinzunehmen. GSK muss gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten ernsthaft prüfen, welche Möglichkeiten für eine Zukunft des Standorts bestehen – von anderen Produktionslinien bis hin zu einer Übernahme durch ein anderes Unternehmen. Auch Bund und EU müssen ihren Beitrag leisten, damit solche Optionen überhaupt eine Chance bekommen.“

„Denn es geht um mehr als um 641 Arbeitsplätze. Dresden ist Teil einer europäischen Infrastruktur für Impfstoffe und pharmazeutische Produktion. Gerade in Zeiten internationaler Krisen und Abhängigkeiten brauchen wir Produktionskapazitäten, Know-how und resiliente Lieferketten in Europa. Was heute verloren geht, lässt sich morgen nicht einfach wieder aufbauen.

Deshalb ist unsere Forderung klar: GSK muss mitwirken, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit den Beschäftigten nach einer Perspektive für den Standort suchen. Und die Staatsregierung muss diesen Prozess aktiv unterstützen – in Sachsen, in Berlin und in Brüssel.“

Der Vorsitz des Betriebsrates spricht sich dafür aus, vor einer Schließung gemeinsam mit der Konzernführung mögliche Alternativen zu prüfen – etwa andere Produktionslinien oder eine Übernahme durch ein anderes Unternehmen. Die vorhandene Gebäudeinfrastruktur könnte auch für andere Geschäftsfelder genutzt werden, beispielsweise im Bereich Ernährung, Krebs- oder Immuntherapie.

„Es geht um weit mehr als einen einzelnen Produktionsstandort. Das Dresdner Serumwerk verfügt über mehr als hundert Jahre Pharma- und Impfstoffgeschichte, hochqualifizierte Beschäftigte und eine besondere Kompetenz innerhalb des GSK-Netzwerks. GSK muss seiner Verantwortung gerecht werden und gemeinsam mit der Belegschaft ernsthaft nach Lösungen suchen, statt die Schließung als alternativlos hinzustellen. Die Staatsregierung muss diesen Prozess aktiv unterstützen“, ergänzt der BÜNDNISGRÜNE Landtagsabgeordnete Thomas Löser.

Am Ende des Austauschs sicherterten Franziska Schubert und Thomas Löser zu, den Betriebsrat weiter zu begleiten und die Zukunft des Standorts auch öffentlich zum Thema zu machen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erwartet, dass die Staatsregierung den Gesprächsfaden mit GSK aktiv fortsetzt und sich mit Nachdruck für den Erhalt der Arbeitsplätze und der Impfstoffproduktion in Dresden einsetzt.

Weitere Informationen:

Das Serumwerk verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 100 Millionen Impfdosen. Zu seinen Kernkompetenzen gehören die Herstellung von Grippeimpfstoffen sowie die Produktion und Abfüllung flüssiger Impfstoffe. Im globalen GSK-Vakzine-Netzwerk mit 37 Unternehmen zählt Dresden zu den wenigen Standorten, die Impfstoffe sowohl produzieren als auch abfüllen können. Dieses Know-how und die vorhandene Infrastruktur bieten aus Sicht des Betriebsrats gute Chancen für eine Zukunft des Werks.

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