Datum: 26. Juni 2026

Drohende Werksschließung in Zwickau – BÜNDNISGRÜNE fordern klares Bekenntnis von VW und Staatsregierung

Einem Bericht des Manager Magazins zufolge prüft der VW-Konzern im Zuge seines angekündigten Stellenabbaus perspektivisch auch die Schließung des Werks in Zwickau nach Auslaufen der aktuellen Modellproduktion.

Dazu erklärt Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Wir haben seit Langem angemahnt, dass das VW-Werk in Zwickau eine verlässliche Zukunftsperspektive braucht. Das modernste deutsche Werk für E-Autos und Vorzeigewerk von VW darf nicht zum nächsten Opfer von Sparprogrammen werden. Wir fordern von der Konzernspitze Sicherheit für Beschäftigte und Zulieferer auch nach 2030.“

Günther kritisiert zudem die Kommunikation des Konzerns:

„Wer davon spricht, bis 2030 zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt werden zu wollen, muss auch Verantwortung für seine Beschäftigten und seine Standorte übernehmen. Wenn existenzielle Einschnitte erneut zuerst über Medienberichte bekannt werden, beschädigt das das Vertrauen der Belegschaften massiv.“

Für die BÜNDNISGRÜNEN ist die aktuelle Debatte zugleich ein weiterer Weckruf an die Staatsregierung:

„Diese Nachrichten müssen als absoluter Warnschuss verstanden werden. Wir haben im Sächsischen Landtag bereits einen Antrag eingebracht, der die Landesregierung zu weiteren Schritten auffordert und konkrete Vorschläge vorgelegt, um ostdeutsche Industriestandorte widerstandsfähiger zu machen und langfristig zu sichern. Die Staatsregierung kann sich nicht weiter als Kommentatorin verhalten und immer neue Einschnitte verwalten.“

Günther appelliert an alle Beteiligten, jetzt gemeinsam Lösungen zu entwickeln:

Wir reichen ausdrücklich die Hand für konstruktive Gespräche. Die Zukunft des Standorts Zwickau ist zu wichtig für parteipolitische Profilierung oder gegenseitige Schuldzuweisungen. Jetzt müssen Konzern, Politik, Beschäftigte und Sozialpartner gemeinsam daran arbeiten, den Industriestandort Sachsen langfristig zu sichern.“

„Wir erwarten, dass sich Ministerpräsident Kretschmer im Konzern und im Bund für den Standort einsetzt.  Es ist Zeit, dass strukturelle Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Industriestandorten angeglichen werden. Durch die aktuellen Ankündigungen droht das komplette Gegenteil einzutreten und der Osten einmal mehr abzufallen.“

>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Für gleichwertige industrielle Strukturen im Osten: Sachsen aus der Rolle der verlängerten Werkbank führen

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