Datum: 05. Oktober 2026

Defibrillatoren hinter verschlossenen Türen – Sachsen muss bei der Laienreanimation handeln

In Sachsen fehlen einheitliche Vorgaben für die Ausstattung und Zugänglichkeit von Defibrillatoren. Das zeigt eine Kleine Anfrage (Drs. 8/8093) des gesundheitspolitischen Sprechers der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Thomas Löser.

Löser erklärt:

„Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Defibrillatoren können Leben retten – aber nur, wenn sie schnell gefunden und eingesetzt werden können. Was nützt ein Gerät, wenn es hinter verschlossenen Türen hängt oder niemand weiß, wo es sich befindet?“

Die Antwort der Staatsregierung zeigt: Jede Dienststelle entscheidet selbst über die Ausstattung. Einheitliche Standards und eine landesweite Übersicht über öffentlich zugängliche Defibrillatoren gibt es nicht. Auch Maßnahmen zur digitalen Vernetzung der Geräte mit Rettungsleitstellen oder zum Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme werden nicht benannt. Als konkrete Maßnahme nennt die Staatsregierung lediglich die Aufnahme eines Behördenstandorts in das AED-Verzeichnis der Stadt Dresden.

Thomas Löser kritisiert:

„Das reicht nicht. Der Freistaat braucht eine landesweite Strategie für eine starke Rettungskette. Dazu gehören ein öffentlich zugängliches AED-Register, die digitale Einbindung der Geräte in die Rettungsleitstellen und der Ausbau von Ersthelfersystemen. Gleichzeitig müssen wir mehr Menschen in Schulen, Betrieben, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen zur Wiederbelebung befähigen. Sachsen muss mit gutem Beispiel vorangehen. Vorhandene Defibrillatoren müssen besser nutzbar und Ersthelfende gezielt unterstützt werden.“

Hintergrund:

Bundesweit erlitten 2025 schätzungsweise 130.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur knapp elf Prozent der reanimierten Betroffenen überlebten. Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) kamen in lediglich rund zwei Prozent der Reanimationsfälle zum Einsatz.

Die Forderungen der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion auf einen Blick:

  • einheitliche Standards für AED in staatlichen Einrichtungen und eine möglichst öffentliche Zugänglichkeit – auch außerhalb der Dienstzeiten
  • ein landesweites AED-Register mit Angaben zu Standorten, Zugangszeiten und Einsatzbereitschaft sowie die digitale Einbindung in die Rettungsleitstellen
  • Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme und der telefonischen Reanimationsanleitung
  • mehr regelmäßige und niedrigschwellige Schulungsangebote zur Wiederbelebung und zum Umgang mit Defibrillatoren.

>> Kleine Anfrage des Abgeordneten Thomas Löser „Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) und Stärkung der Laienreanimation in Sachsen“

Hinterlasse einen Kommentar

4 − vier =

Um ein Kommentar zu verfassen, müssen Sie unsere Datenschutzbedingungen akzeptieren.