CDU und SPD wollen wirksamen Denkmalschutz schwächen – BÜNDNISGRÜNE halten dagegen: Denkmalschutz genießt große Akzeptanz
In einer Pressekonferenz haben heute der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V., die Archäologische Gesellschaft in Sachsen e. V./Freunde des smac e. V., die Sächsische Akademie der Künste sowie der Verband der Restauratorinnen und Restauratoren auf die angekündigte Auflösung der Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie reagiert. Nach Plänen der Minderheitskoalition aus CDU und SPD sollen diese als eigenständige Landesämter abgeschafft und unter der Landesdirektion Sachsen angesiedelt werden.
Thomas Löser, denkmalschutzpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, teilt die Kritik der Verbände:
„Denkmäler gehören zu unserer Geschichte und ihr Schutz hat auf keiner Streichliste etwas zu suchen. Denkmalschutz genießt in unserem Freistaat eine hohe Akzeptanz, was nicht zuletzt auch an dem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen in der DDR liegt. Das hat auch meine Kleine Anfrage bestätigt: Sachsenweit wird lediglich gegen 2,7 % der Bescheide Widerspruch eingelegt.“
Thomas Löser hatte die Staatsregierung zur Statistik strittiger Bescheide im Denkmalschutz befragt. Dabei wurde deutlich, dass nur jeder 37. Bescheid von den Eigentümern strittig gestellt wurde.
„Die Erzählung der Staatsregierung, Sachsens Denkmalpflege sei ein Klotz am Bein und müsse deswegen zurechtgestutzt werden, ist offensichtlich falsch. Denkmalschutz erhält bauliches Erbe, das für viele Menschen auch Grundlage für ihre regionale Identität ist. Wie sächsische Innenstädte ohne eine fachkundige und handlungsfähige Denkmalpflege aussehen könnten, lässt sich in vielen westdeutschen, nachkriegssanierten Innenstädten besichtigen. Ich fordere die Staatsregierung daher auf, ihren Frontalangriff auf das Landesamt für Denkmalschutz abzublasen und sich für digitale und zügige Verfahren im Sinne aller Beteiligten zu konzentrieren“, so Löser abschließend.
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