Datum: 02. September 2026

Aus für VW Zwickau? – BÜNDNISGRÜNE nennen Umgang mit Beschäftigten respektlos

Laut Medienberichten hat der VW Vorstand gestern einstimmig in seiner Sitzung das Ende der Fahrzeugproduktion in vier deutschen Werken beschlossen. Unter anderem sei Zwickau mit einem Ende 2031 betroffen. Der sogenannte Konzeptbeschluss soll dem Aufsichtsrat Ende der Woche vorgelegt werden.

Franziska Schubert, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt:

„VW hat über Jahre gut verdient an der Leistung der ostdeutschen, sächsischen Beschäftigten. Es macht mich auch als Ostdeutsche wütend, diese Vorgehensweise zu erleben. Der Konzern hat sein Image endgültig ramponiert – der Diesel-Skandal ist nicht vergessen, hinzu kommen öffentliche Subventionen und eine völlig verschlafene Innovationspolitik im Konzern. All das, dieses krasse Missmanagement, sollen jetzt die Beschäftigten in Zwickau/Mosel bezahlen? Das ist nicht akzeptabel und das muss man deutlich aussprechen.“

Ich bin echt fassungslos über den respektlosen Umgang von Volkswagen mit seinen Beschäftigten. Sollte dieser Beschluss so kommen, ist das ein harter Schlag für die Region und den Freistaat. Diese Entscheidung hat Auswirkungen auf alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche des Freistaates. Gerade vor dem Hintergrund der extrem engagierten Belegschaft in Zwickau, die den produktivsten VW-Standort in Deutschland am Laufen hält, spricht das Bände.“

Die Staatsregierung muss endlich den Mut haben, auch klarere Worte zu finden und konkrete Lösungsvorschläge zu bringen. Allein das Prinzip Hoffnung wird nicht greifen oder die Gedankenspiele, dann eben chinesische Investoren reinzuholen. Als BÜNDNISGRÜNE haben wir in den vergangenen Monaten immer wieder Druck gemacht, doch bis auf Zweckoptimismus kommt da nicht viel von Ministerpräsident Kretschmer und Wirtschaftsminister Panter. Ich denke, das hat die Flughöhe, dass der Bundeskanzler hier eingreifen muss – wenn er gerade mal nicht irgendjemanden beleidigt in diesem Land, dann hätte er hier eine echte Aufgabe.“

Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, ergänzt:

„Erst letzte Woche tourte Herr Blume mit großem Medieninteresse, aber wenig neuen Informationen durch die Werke. Dabei war sein Plan wohl vorher bereits klar. Einsparungen auf Kosten der Beschäftigten werden den Konzern nachhaltig schädigen. Wir stehen an der Seite aller Beschäftigten und direkt betroffenen Unternehmen in der Region.“

„Seit Monaten kämpfen wir im Landtag für klare Unterstützung der Landesregierung für die Region. Die Menschen vor Ort werden mit Schaufenster-Angeboten des „Masterplan“ Südwestsachsens beruhigt, ohne dass in den Ressorts wie versprochen auch Mittel zur Umsetzung vorgesehen werden. Wir erwarten von der Regierung, endlich die Schwere der Situation anzuerkennen und mehr als blumige Versprechen anzubieten.

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