BÜNDNISGRÜNE gegen Zerschlagung der Archäologie in Sachsen
Der Kulturausschuss des Sächsischen Landtages hat sich heute mit den Plänen der Staatsregierung beschäftigt, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) vom Landesamt für Archäologie (LfA) zu trennen und das LfA in die Landesdirektion einzugliedern. Auf Kleine Anfragen (Drs. 8/7496 und 8/7497) von Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der BÜNDNISGRÜNEN Landtagsfraktion, hatte die Staatsregierung bereits wichtige Informationen zu ihren Entscheidungsgrundlagen nicht vorgelegt. Auch im Ausschuss blieb sie konkrete Antworten schuldig.
Die Abgeordnete Dr. Maicher kritisiert:
„Das Kulturministerium schiebt hier ein vermeintliches Modernisierungsprojekt vorwärts, ohne im Ansatz sagen zu können, welche inhaltlichen Vorteile oder Einspareffekte das bringt und welche Mehrkosten für die Umstellung fällig werden. Vier Monate nach dem Kabinettsbeschluss und sieben Monate nach dem Prüfauftrag ist das nicht seriös. Die Abgeordneten wurden auf ein Feinkonzept vertröstet. Schätzwerte, die das Grobkonzept enthalten sollte, wurden verschwiegen. Diese Geheimniskrämerei kann ich nur so deuten, dass der Umbau sich weder rechnet, noch seine Folgen rechtfertigt.“ „Alle Fachakteurinnen und -akteure warnen angesichts der Fusions- und Spaltungspläne vor Kostenfallen, erschwerter Zusammenarbeit und der Schwächung der Archäologie im Freistaat. Die Petition beim Landtag haben bereits über 4.000 Personen mitgezeichnet. Ihr gemeinsamer Appell ist stichhaltig. Die Staatsregierung kann dem offenkundig nichts entgegenstellen. Sie sollte die Pläne fallen lassen, sonst wird sie mit einem großen Fehltritt in die Geschichte eingehen.“
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion wird sich weiter gegen die Zerschlagung der Archäologie in Sachsen einsetzen.
Weitere Informationen:
Kleine Anfragen der BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Dr. Claudia Maicher:
> „Eingliederung des Landesamtes für Archäologie in die Landesdirektion Sachsen“ (Drs. 8/7496)