Datum: 28. August 2026

Wasserkrise: Minister setzt auf Beton statt Klimaschutz

Im Interview mit der Sächsischen Zeitung bezeichnete der sächsische Umweltminister Breitenbuch die geplante Staustufe Děčín als Lösung gegen Niedrigwasser der Elbe – auch in Sachsen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag kritisiert diese Äußerungen als fachlich falsch und fordert statt praxisferner Betonprojekte die Realitäten endlich anzuerkennen und die Elbe und ihre Zuflüsse konsequent zu renaturieren.

Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt:

„Der Umweltminister muss endlich begreifen, dass die Elbe in erster Linie ein Fluss ist und nicht eine Anlage für Transport. Die Elbe hat in Folge von Klimawandel und menschlichen Eingriffen immer größere Probleme. Die müssen konsequent angegangen und nicht weitere Betonprojekte verfolgt werden, die die Probleme nur noch vergrößern. Die Behauptung des Ministers, eine Staustufe in Děčín könne Wasser in die sächsische Elbe ‚zaubern‘ und für gleichmäßigere Wasserstände sorgen, blendet die Realität völlig aus.“ 

„Das Gegenteil ist der Fall: Unterhalb von Staustufen gräbt sich ein Fluss tiefer in sein Bett ein, was die Situation langfristig verschlechtert. Sogenannte Wasserwellen sind lediglich kurzfristige Effekte, aber keine Lösung für eine verlässliche Wasserwirtschaft oder Binnenschifffahrt. Wir brauchen eine echte Renaturierung, um Wasser effektiv in der Landschaft zu halten. Technokratische Eingriffe haben in der Vergangenheit die Probleme eher verschärft als gelöst.“

Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, ergänzt:

„Das Projekt ist auch volkswirtschaftlich ein Irrweg. Die seltenen Transporte von Groß- und Schwergut, die das Projekt legitimieren sollen, rechtfertigen keine bis zu 330 Millionen Euro teure Staustufe. Zudem wäre für eine verlässliche Befahrbarkeit der Elbe bis zur Nordsee eine Kette von Staustufen bis nach Geesthacht nötig, was laut eigener Aussage des Ministers schon in Sachsen topographisch gar nicht realisierbar ist. Die Staatsregierung muss gegenüber den Vorhaben unserer tschechischen Nachbarn klar Stellung beziehen: Die deutsche Elbe wird für die Güterschifffahrt unzuverlässig bleiben. Wir BÜNDNISGRÜNE fordern daher, im Prüfverfahren zur Umweltverträglichkeit klare Kante zu zeigen und unsere einzigartige Elbe bedingungslos zu verteidigen.“

 

>> Bericht der Sächsischen Zeitung (Interview mit Georg-Ludwig von Breitenbuch vom 28.08.2026)

 

 

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