BÜNDNISGRÜNE fordern gesetzlichen Schutz für den Igel in Sachsen – Expertenanhörung bestätigt Dringlichkeit
Im Anschluss an die Expertenanhörung im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft des Sächsischen Landtags unterstreicht Franziska Schubert, Vorsitzende und Sprecherin für Tierschutz der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die dringende Notwendigkeit, den Schutz heimischer Wildtiere, insbesondere des Igels, rechtlich und praktisch zu stärken.
Die Auswertung der aktuellen Datenlage zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Der Igel, einst ein häufiger Gast in unseren Gärten, leidet massiv unter dem Verlust von Lebensräumen, dem Insektensterben und den Gefahren durch moderne Gartentechnik. Vor diesem Hintergrund fand der Vorstoß der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion in der heutigen Anhörung viel Zustimmung bei den Sachverständigen.
Franziska Schubert, Vorsitzende und Sprecherin für Tierschutz der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, dazu:
„Der Igel gehört zu unserer Heimat. Wenn eine so anpassungsfähige Art, die wir alle aus Kindheitstagen kennen, gefährdet ist, dürfen wir das nicht ignorieren.“
Die geladene Sachverständige Dr. Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung machte in der Anhörung deutlich:
„Untersuchungen zeigten, dass – entgegen der Angaben vieler Hersteller – Mähroboter kleine Tiere wie Igel nicht erkennen können und bei ihnen meist gravierende Verletzungen verursachen. Würde man die Nutzung dieser Geräte allein auf die Hellstunden beschränken, würde man solche Unfälle verhindern. Leider sind bereits bestehende Gesetze zum Schutz des Igels und Aufklärungskampagnen wirkungslos, weshalb ich eine gesetzliche Mähroboter-Nutzungseinschränkung absolut befürworte.“
Erst dann steige der Druck auf die Hersteller, die schon heute problemlos einsetzbaren technischen Lösungen standardmäßig einzubauen, etwa Sensorik zur tatsächlichen Erkennung von kleinen Lebewesen wie dem Igel oder automatische Timer, die den Einsatz nur am Tage ermöglichen und auch nicht vom Nutzer manipulierbar sind.
Schubert betont:
„Die Anhörung hat gezeigt, dass ein Nachtmähverbot für Mähroboter und weitere Maßnahmen zum Schutz von einheimischen, kleinen Wildtieren wichtig sind. Auch der Präsident des Sächsischen Kleingartenverbandes, Herr Brumm, zeichnete ein klares Bild: demnach waren bei einer Testabstimmung 90% der befragten Kleingärtner sogar für ein grundsätzliches Verbot von Mährobotern in Kleingärten. Er machte deutlich, dass sich die Kleingärtner dem Schutz aller Wildtiere verpflichtet sähen, die unsere Gärten und Landschaften bereichern.“
„Es reicht nicht, den Rückgang der Artenvielfalt nur zu beklagen. Wir müssen dort handeln, wo wir konkrete Gefahrenquellen ausschalten können – und das können wir. Unsere Gesetzesinitiative zur Änderung des Sächsischen Naturschutzgesetzes ist ein pragmatischer Schritt, um den Igel als festen Bestandteil unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Artenschutz fängt vor der eigenen Haustür an – wir liefern hierfür den gesetzlichen Rahmen. Keins der üblicherweise vorgetragenen Argumente gegen eine Nutzungseinschränkung in der Nacht hat in der heutigen Anhörung standgehalten und wir fühlen uns bestätigt und ermutigt, unsere Initiativen weiter zu verfolgen.“
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